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Im Kino „Otto’s Eleven“

Ottos_ElevenAls Otto („hollarädiädidüü!“) das letzte Mal so richtig im Kino auftrat, da tat er dies als einer von sieben Zwergen aus dem Märchen. Nach dieser außerfriesischen Lektüre der Brüder Grimm geht es nun in „Otto’s Eleven“ an ein weiteres beliebtes Genre: die Gaunerkomödie. Fünf unbedarfte Jungs von der Insel Spiegeleiland werden von einem fiesen Casinobetreiber namens Jean Du Merzac (Sky Dumont) um ein wertvolles Gemälde gebracht, das der Wattmaler Otto seit Generationen in Familienbesitz hatte. Um es wiederzubekommen, setzen die Insulaner auf das Festland über, wo sie in Bad Reibach den großen Coup landen – sie holen sich zurück, was ihnen gehört, machen sich dabei über Steven Soderberghs hochspezialisierte Räuberbande lustig, mehr noch aber über sich selbst. In „Otto’s Eleven“ herrscht wie gehabt eine vorpubertäre Arglosigkeit, in die sich nur gelegentlich ein zotiges Indiz dafür mischt, dass wir es hier mit erwachsenen Männern zu tun haben. Mit seinem parodistischen Gestus rückt das Otto-Universum noch näher an das Bully-Universum (oder dieses an jenes), und wenn man beim Zuschauen mehr tun wollte als nur pflichtschuldigst schmunzeln (ein paar richtig gute Gags gibt es zwischendurch auch), dann müsste man wohl darüber nachdenken, warum in Deutschland die Komödie im Wesentlichen ein Grundschulgenre ist.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten:Otto’s Eleven“ im Kino in Berlin

Otto‘s Eleven Deutschland 2010; Regie: Sven Unterwaldt; Darsteller: Otto Waalkes  (Otto), Mirco Nontschew (Mike), Rick Kavanian  (Pit); 95 Minuten; FSK 0

Kinostart: 2. Dezember

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