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Im Kino: „Paddington“

Paddington

Er mag in erster Linie als Merchandising-Produkt bekannt sein, der knuddelige Bär mit rotem Hut und blauem Dufflecoat, der auf den Namen Paddington getauft wird, als er in London eine neue Heimat sucht. Doch die kleinen Alltagsgeschichten der Kinderbücher von Paul Bond versieht der Film mit dramatischen Untertönen. Mit einem perfekt animierten Bären, der überzeugend mit den menschlichen Darstellern interagiert, mit seinem präzisen, komischen Timing und einer gelungenen Drehbuchkonstruktion, mit Darstellern, deren Spiel von britischem Understatement geprägt ist, funktioniert dieser Film als Komödie bestens. Darüber hinaus besitzt er eine emotionale Ebene, die fest in der britischen Geschichte verankert ist: In der Figur des Immigranten und Antiquitätenhändlers Gruber nimmt er Bezug – ohne das Wort auszusprechen – auf die Kindertransporte, durch die im Jahr 1938 zahlreiche jüdische Kinder vor der Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten gerettet wurden. So besitzt er in Zeiten der Ausgrenzung von Flüchtlingen auch einen ganz aktuellen Bezug.

Text: Frank Arnold

Foto: STUDIOCANAL

Orte und Zeiten: „Paddington“ im Kino in Berlin

Paddington, GB/F/USA 2014; Regie: Paul King; Darsteller: Hugh Bonneville (Mr Brown), Sally Hawkins (Mrs. Brown), Nicole Kidman ?(Millicent); 95 Min.

Kinostart: Do, 04. Dezember 2014

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