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Im Kino: „Papusza“

Papusza

Ihre sprachlich schlichten, poesievollen Gedichte zeugen von Sehnsüchten, der Liebe zur Natur, aber auch von den „Blutstränen“ im 2. Weltkrieg, als sie sich mit ihrem Klan in den Wäldern Polens vor der Wehrmacht versteckte. Mit berückenden Schwarzweiß-Bildern und häufigen Zeitsprüngen zeigt der Film, der erst nach und nach seine faszinierende Wirkung entfaltet, Episoden aus dem Leben der 1987 verstorbenen Roma-Poetin Bronislawa Wajs. Dabei werden Einsichten in die traditionelle Lebensart und Denkweisen der Roma vermittelt. Man erlebt, wie sie vom kommunistischen Nachkriegsregime ihrer Reisefreiheit beraubt in schäbige Wohnungen zwangseinquartiert wurden. Insgesamt gesehen ist der Film aber kein Sozialdrama, von der Stimmung her könnte man ihn eher als romantische Tragödie bezeichnen.

Text: Ralph Umard

Foto: Kairos Film

Orte und Zeiten: „Papusza“ im Kino in Berlin

Papusza, Polen 2013; Regie: Joanna Kos-Krause, Krysztof Krauze; Darsteller: Jowita Miondlikowska (Bronislawa „Papusza“ Wajs), Zbigniew Walerys (Dionizy Wajs), Antoni Pawlicki (Jerzy Ficowski); 131 Minuten

Kinostart: Do, 07. Mai 2015

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