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Im Kino: „Paranormal Activity: Die Gezeichneten“

Paranormal Activity: Die Gezeichneten

Sequels und Spin-Offs bekannter und erfolgreicher Kinofilme haben es oft schwer – und das meist zurecht. Gerade im Horror- und Thriller-Genre geht Hollywood gerne den bequemen Weg. Was einmal erfolgreich war, wird oft bis zum Erbrechen ausgereizt. „Saw“, „Poltergeist“, „Freitag, der 13.“ oder auch der Klassiker „Halloween“ sind da nur einige Beispiele. Was im ersten Film gut funktionierte, wurde in leichten Variationen oft bis zum Geht-Nicht-Mehr in unzähligen Fortsetzungen ausgeschlachtet. Unterhaltungswert spätestens ab Teil drei: Gleich null.

Der Spin-Off der „Paranormal Activity“-Serie umgeht die Gefahr der Wiederholungen und des Abklatsches, indem er an den Anfang aller Phänomene zurückkehrt, die im ersten Film einst in einer bürgerlichen Vorortvilla begannen. Regisseur Christopher Landon nimmt den Zuschauer in die Latino-Gemeinde von Oxnard mit, wo der Teenager Jesse (Andrew Jacobs) sein vom rauen Klima auf der Straße und tiefer Spiritualität im Alltag geprägtes Leben mit der Videokamera festhält. Als eines Nachts eine Nachbarin in dem Viertel ermordet wird und Jesse den Verdacht hat, einer seiner Schulkameraden könnte für den Tod der Frau verantwortlich sein, steigt er in der Hoffnung auf weitere Hinweise zusammen mit seinem Kumpel Hector (Jorge Diaz) in die nun leere Wohnung des Opfers ein. Ein verhängnisvoller Fehler, wie sich am nächsten Morgen rausstellt, als Jesse mit einer Art Bisswunde am Arm aus Fieberträumen aufwacht.

Was auf den ersten Blick nach einem recht stereotypen Plot für einen Horrorfilm klingt, besticht in diesem Fall jedoch durch die Umsetzung. Christopher Landon gelingt nämlich ein Kunststück, das viele Horrorfilme nur zu gerne vernachlässigen: Er macht seine beiden Hauptfiguren sympathisch. Kein dummes Blondchen, kein schnöseliger High-School-Football-Quarterback, sondern zwei Typen, wie es sie in jeder Nachbarschaft gibt, kämpfen hier gegen das Böse. Zwei Typen, die ihrem Viertel von den Gangs auch mal auf die Nase kriegen und denen bei den ersten seltsamen Phänomenen auch nichts Besseres einfällt, als die Videos auf YouTube hochzuladen und sich über jede positive Bewertung als Selbstbestätigung freuen. Zwei Typen, die sich selbst nicht so furchtbar ernst nehmen und bestens auch über sich selbst lachen können. Und genau wie Jesse und Hector merkt auch der Zuschauer erst nach und nach, dass nach durchaus humorvollen Beginn irgendwann der Schrecken beginnt. Und spätestens dann sollte man sich im Kino ganz nah an die Begleitung kuscheln.

Text: Martin Zeising

Foto: Paramount Pictures 2013

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Paranormal Activity: Die Gezeichneten“ im Kino in Berlin

Paranormal Activity: Die Gezeichneten (Paranormal Activity: The Marked Ones), USA 2013; Regie: Christopher Landon; Darsteller: Andrew Jacobs (Jesse), Jorge Diaz (Hector), Molly Ephraim (Ali); 84 Minuten; FSK ab 18

Kinostart: 02. Januar 2014

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