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Im Kino: Pianomania

Pianomania

„A Steinway is a Steinway, and there is ­nothing like it in the world“, schwärmte einst Arthur Rubinstein. Dennoch: Selbst bei Steinway klingt kein Flügel gleich. Jedes ­Instrument hat seinen eigenen Charakter – wie die Pianisten, die darauf spielen. Ihre Klangvorstellungen verlangen Stefan Knüpfer, Cheftechniker bei Steinway in Österreich, wahre Meisterleistungen ab. Denn Star­pianisten wie Lang Lang oder Alfred Brendel vertrauen darauf, dass ihr Konzertabend auch auf einem fremden Flügel so klingt, wie sie es gewohnt sind. Rund ein Jahr hingegen dauert die Betreuung von Pierre-Laurent Aimard, der in Wien Bachs „Kunst der Fuge“ einspielen will. Er verlangt ein Instrument, das mal an ein Chembalo, mal an eine Kirchenorgel erinnert, und dann sollen die Klänge auch noch „atmen“.
Sich in Klangvorstellungen hineinzufinden, ist auch eine Kunst, wie die äußerst gelungene Dokumentation von Lilian Franck und Robert Cibis zeigt. In Stefan Knüpfer haben sie einen sympatischen Kenner und Könner entdeckt, der stets das richtige Instrument zu finden und entsprechend zu stimmen und zu präparieren weiß. Ein einzigartiger Mensch, der Können, Empathie und Humor mit seiner Leidenschaft für Musik und Klang zu verbinden weiß.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Farbfilm Verleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: Pianomania im Kino in Berlin

Pianomania, Österreich/Deutschland 2009; Regie: Lilian Franck und Robert Cibis; 96 Minuten

Kinostart: 9. September

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