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Im Kino: Plastic Planet von Werner Boote

Dass die Probleme unserer Zivilisation längst weltumspannend sind, verdeutlichen die rechercheprallen Dokus von Michael Moore, Erich Wagenhofer und Co. Ins blühende investigative Genre reiht sich nun Werner Boote mit „Plastic Planet“. Es geht ihm um das Ausmaß schädlicher Nebenwirkungen von Plastik. Dafür reist der Österreicher einmal um die Welt, spricht mit Großverdienern, Geschädigten und Umweltforschern. Dabei stößt er auf eine deprimierende Selbstverständlichkeit, mit der giftige Substanzen wie Bisphenol A oft in den Allerweltsstoff gepanscht werden. Boote nimmt die Sache persönlich – als Spross einer Industriellenfamilie, die den Plas­tikboom in den 50ern einst vorantrieb. „Plastic Planet“ erhält dadurch so etwas wie eine Story. Inhaltlich überzeugen Bootes mit allerlei Michael-Moore-Momenten gewürzten Thesen zwar, dennoch reißt sein Feldzug letztlich nicht recht mit. Denn wie steht es um Handlungsmöglichkeiten? Eine Verpackungswelt aus Glas, Keramik, Holz? Unwillkürlich malt man sich künftige Szenarien aus. Aber für Differenzierung ist in Bootes Agitprop kaum Platz.


Text
: Ulrike Rechel
Foto: thomaskirchner.com

(tip-Bewertung: Annehmbar)

Termine: Plastic Planet im Kino in Berlin
Österreich/Deutschland 2009, Regie: Werner Boote; Farbe, 95 Minuten;
Kinostart: 25. Februar

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