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Im Kino: „Playoff“

Playoff

1983 ging Israels Basketball-Trainerstar Ralph Klein nach Deutschland, um den Posten des Nationalcoachs zu übernehmen. Der Entschluss des in Deutschland geborenen und dem KZ entflohenen Sportsmannes löste viel Unverständnis aus. Eran Riklis zeichnet in seinem von Kleins Vita inspirierten Film die ersten Wochen nach Kleins – im Film heißt er Max Stoller – Ankunft in Deutschland nach. Dabei rückt der Sport selbst schnell aus dem Fokus. Szenen beim Training scheinen nur von Bedeutung hinsichtlich des symbolstarken Konflikts mit dem Mannschaftskapitän, der offen antisemitisch auftritt. Die Handlung konzentriert sich stattdessen auf Stollers zögerliche Erkundung der alten Heimat, bei der er die allein erziehende Türkin Deniz kennenlernt. Vor der Liebesgeschichte erscheinen Nebenfiguren und Orte aber weitgehend als Stereotype: So spielt der Film zwar in den 1980ern in Frankfurt am Main, doch scheinen die Straßen nur von Automodellen der Nachkriegsjahre befahren zu werden. Dass der stramme Mannschaftsarzt ein Sammler von Nazi-Devotionalien ist, die er offen in seinem Wohnzimmer versammelt, gehört zu vielen kleinen symbolischen Überfrachtungen, unter denen der Film leidet.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Stephanie Kulbach / Wild Bunch Germany

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Playoff“ im Kino in Berlin

Playoff, Deutschland/Israel/Frankreich 2011; Regie: Eran Riklis; Darsteller: Danny Huston (Max Stoller), Amira Casar (Deniz), Max Riemelt (Thomas); 107 Minuten; FSK 0

Kinostart: 30. Mai

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