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Im Kino: „Pommes Essen“

Pommes Essen

Keine Frage, „Freys Feyner Imbiss“ hat seine besten Zeiten lange hinter sich: Die lagen in den 50er-Jahren, als die Kumpel aus dem Schacht kamen und hier eine Pause einlegten. Heute dagegen künden das abgeblätterte Firmenschild und der marode Zustand des Imbisswagens vom Überlebenskampf im Ruhrgebiet. Glaubt Frieda Frey wirklich, dass das Rezept für die Currysauce, das ihr ihr Vater vererbt hat, eine Versicherung auf die Zukunft ist? Friedas älteste Tochter Patty bezweifelt das. Sie will Starköchin werden, inklusive einer eigenen Fernsehsendung.
„Davids Töchter gegen Goliaths Onkel“ – diese Lokalzeitungsschlagzeile, die einmal im Film vorkommt, bringt die Geschichte von „Pommes Essen“ auf den Punkt. Denn Frieda hat noch einen Bruder: Walther ist im Fast-Food-Geschäft tätig, aber scharf auf das Saucenrezept. Wird sich eine von den Frey-Frauen bestechen lassen?
An diesem Debütfilm gefällt vor allem die ökonomische Art, mit der er seine Geschichte erzählt, gleich am Anfang etwa, mit dem Übergang von den schwarz-weißen Bildern einer großen Vergangenheit zur trostlosen Gegenwart. Klar auch, dass Patty bei dem Nouvelle-Cuisine-Spitzenkoch eine herbe Enttäuschung erlebt. Darauf eine Currywurst.

Text: Frank Arnold

Foto: Dagstar Film – Dagmar Niehage / Martin Valentin Menke

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Pommes Essen“ im Kino in Berlin

Pommes Essen, Deutschland 2012; Regie: Tina von Traben; Darsteller: Luise Risch (Patty Frey), Marlene Risch (Selma Frey), Tabea Willemsen (Lilo Frey); 85 Minuten; FSK 0

Kinostart: 12. Juli

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