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Im Kino: „Quatsch und die Nasenbärenbande“

Quatsch und die Nasenbärbande

Es ist im deutschen Kinderfilm immer schon ein Ereignis, wenn jemand einmal über die gröbsten Klischees hinausdenkt und etwas anderes ausprobiert. Veit Helmers Film „Quatsch und die Nasenbärbande“ enthält beispielsweise eine lange Sequenz, die „in echt“ zeigt, wie Kinder im Vorschulalter sonst mit ihrem Spielzeug umgehen: Da werden vom Feuerwehrauto über ein ganzes Schiff bis zum riesigen Kran im Handumdrehen alle möglichen Dinge komplett demoliert, um anschließend ihre augenblickliche Wiederauferstehung in anderer Form und Funktion zu feiern.  
Leider trägt diese schöne und fantasievolle Idee keinen ganzen Film, und mit der Geschichte um die Bekämpfung fieser Konsumforscher im Musterdorf und den übertrieben karikierten Erwachsenenrollen ist „Quatsch und die Nasenbärbande“ – trotz einer namhaften Riege deutscher Schauspieler – dann doch wieder beim deutschen Kinderfilmklischee angekommen. Da hilft auch die verniedlichende Stilisierung eines Pseudo-1960er-Jahre-Settings nicht weiter – eine Kindergärtnerin wie in „Quatsch“ wäre schon vor 45 Jahren in keinem Pippi-Langstrumpf-Film mehr durchgegangen. Eine verschenkte Chance.   

Text: Lars Penning

Foto: Theo Lustig / Veit Helmer-Filmproduktion

Orte und Zeiten: „Quatsch und die Nasenbärenbande“ im Kino in Berlin

Quatsch und die Nasenbärenbande, Deutschland 2013; Regie: Veit Helmer; Darsteller: Nora Börner, Justin Wilke; 82 Min.

Kinostart: Do, 06. November 2014

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