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Im Kino: „Regression“

Regression

Selbiger spielt in den 1990er-Jahren in einer Kleinstadt in Minnesota, gerade als die USA – wie uns bereits eine Einblendung zu Beginn des Films verkündet – von einer Serie vermeintlicher Fälle von Satanismus erschüttert werden.
Damit wird auch Detective Bruce Kenner (Ethan Hawke) konfrontiert, als die 17-jährige Angela Gray (Emma Watson) ihren Vater des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Denn im Verlauf der Ermittlungen werden durch die von einem Psychologen angewandte Regressionstherapie, bei der die Probanden mittels Hypnose vergangene Erlebnisse noch einmal durchleben, sowohl beim Opfer wie auch dem möglichen Täter Erinnerungen an satanistische Rituale wach. Schnell zieht die Sache immer größere Kreise, immer neue Verdächtige werden verhaftet. Wahrheit? Suggestion? Albtraum? Der verbissen ermittelnde Detective wird selbst von bizarren Wahnvorstellungen gequält und kennt sich bald schon nicht mehr wirklich aus, ebenso wenig wie der Zuschauer, der allenfalls ahnt, dass hier irgendetwas nicht stimmt.
Denn Amenбbar weiß in dem düsteren Thriller die verschiedenen Aspekte des Kriminalfalls plausibel zu inszenieren und in einer geschickten Waage zu halten: Alkoholismus, Schuldgefühle und religiöse Überzeugungen gehen eine unheilvolle Allianz ein, Rache und die Engstirnigkeit der Kleinstadt spielen eine Rolle, ebenso wie die Überarbeitung eines in seinen Fall verrannten Polizisten und die trügerische Selbstsicherheit eines von seiner Methode überzeugten Psychologen. Am Ende gibt es nur Verlierer.

Text: Lars Penning

Foto: TOBIS Film / Jan Thijs

Orte und Zeiten: „Regression“ im Kino in Berlin

Regression, Spanien/USA 2015; Regie: Alejandro Amenбbar; Darsteller: Ethan Hawke (Bruce Kenner), Emma Watson (Angela Gray), David Thewlis (Professor Kenneth Raines); 106 Minuten

Kinostart: Do, 01. Oktober 2015

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