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Im Kino: „Rendezvous in Belgrad“

Rendezvous in Belgrad

Die serbische Satire „Parada“ entpuppte sich 2011 als Kassenhit im früheren Jugoslawien – und erzählte damit auch etwas über den dortigen von Galgenhumor und Selbstironie geprägten Witz. Mit ähnlich schrägem Humor erzählt „Rendezvous in Belgrad“ von der Zerrissenheit insbesondere der jüngeren Generation in einer Region, die zwischen überkommenen alten Strukturen und dem modernen Leben im globalisierten Europa feststeckt. Sein Kinodebüt fächert der Belgrader Filmemacher Bojan Vuletic in vier Kapitel auf, in denen sich skurrile bis dramatische Liebesgeschichten mit international bestückten Pärchen zutragen: von der Amour fou, die ein junger Belgrader Chauffeur erlebt, der eine depressive französische Chansonsängerin bei Laune halten muss, über die Kulturmanagerin, die mit ihrem devoten amerikanischen Freund auswandern will, bis zum Hochzeitspaar, das sich in letzter Sekunde gegenseitige Lügen auftischt. Bevölkert von einprägsamen Charakteren und eingerahmt von surrealen Chören, die zwischen den Episoden traurige Weltschmerzlieder anstimmen, verströmt der Film gewinnend eigenwilligen Charme.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Maja Radosevic / Film Kino Text

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Rendezvous in Belgrad“ im Kino in Berlin

Rendezvous in Belgrad (Praktic?ni vodic? kroz beograd sa pevanjem i Plakanjem), Serbien/Deutschland/Frankreich/Ungarn/Kroatien 2011; Regie: Bojan Vuletic; Darsteller: Julie Gayet (Silvie), Marko Janketic (Stefan), Anita Mancic (Melita); 86 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 11. April

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