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Im Kino: "Rock the Kasbah"

Im Kino: "Rock the Kasbah"

Der kalifornische Musikmanager Richie Lanz behauptet zwar von sich, er hätte Madonna entdeckt. Inzwischen aber ist das "Gewinnergrinsen" längst aus seinem Gesicht gewichen und hat diesem unnachahmlichen Ausdruck Platz gemacht, mit dem Bill Murray auf die Welt blickt: immer noch milde erstaunt, aber eigentlich ganz und gar resigniert.
Um Richie Lanz noch einmal aus der Apathie herauszuholen, braucht es ein großes Abenteuer: eine Tour durch die Kasbah, also in das Herz jener Gegend, die wir pauschal als ­Orient bezeichnen – und von der wir neuerdings immer mehr den Eindruck bekommen könnten, dass Musik dort keine große Zukunft hat. Da man von Amerika aus Kasbah und Kabul leicht verwechseln kann, landet Lanz in Afghanistan, ein Land, in dem Warlords auch ­wochentags Pool Partys abhalten, auf denen sie ihre automatischen Waffen pflegen, die sie gegen "Ungläubige" in Anschlag bringen wollen. Versprengte Existenzen finden sich dort, darunter die leichte Dame Merci (Kate Hudson) und der Universal-Söldner Bombay Brian (wie so oft hart am Rande der Selbstkarikatur: Bruce Willis), sodass ­Richie sich ganz in ­seinem Element fühlen kann.
Barry Levinsons Satire müht sich, auf heiklem kulturellen Terrain Spitzen in alle Richtungen auszuteilen, ist insgesamt aber ein wenig zu offensichtlich und auch zu sentimental für eine wirklich gute Komödie.    

Text: Bert Rebhandl

Foto: Splendid

Orte und Zeiten: Rock the Kasbah

Rock the Kasbah USA 2015, 105 Min., R: Barry Levinson, D: Bill Murray, Kate Hudson, Bruce Willis

Kinostart:
Do, 24. März 2016

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