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Im Kino: „Rockabilly Ruhrpott“

Rockabilly Ruhrpott

Von allen musikalischen Jugendkulturen ist Rockabilly mittlerweile die langlebigste. Entstanden in den frühen 1950er-Jahren, als einige amerikanische Südstaaten-Hillbillies ihre Countrymusik mit dem treibenden Beat des schwarzen Rhythm and Blues versahen, war Rockabilly der Punk jener Jahre: eigensinnig, unangepasst und ebenso einflussreich wie im Grunde kommerziell erfolglos. Heute wird die Rockabillykultur vor allem in Europa hochgehalten: In England, Finnland und den Niederlanden widmet man sich dem entsprechenden Lebensgefühl noch immer mit Verve. Und offenbar auch im Ruhrgebiet, wo sich die Dokumentaristinnen Christin Feldmann und Claudia Bach in der Szene umgetan haben und sich mit offenkundigem Interesse am Thema von ihren charmanten Protagonisten alle erdenklichen Aspekte des Rockabilly kompetent erklären lassen – von der Musik über Tattoos und Pin Ups bis zum geeigneten Schuhwerk. Für die Fans ist das eine Lebenseinstellung, die nicht allein etwas mit der Liebe zu einem Retro-Stil zu tun hat. Man lebt durchaus im Hier und Jetzt, toleriert freundlich sämtliche Strömungen von Psycho- bis Gelegenheits-Rockabilly – hat dabei allerdings den Geist der Rebellion gegen ein solidarisches Familien-Feeling getauscht.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Rockabilly Ruhrpott“ im Kino in Berlin

Rockabilly Ruhrpott, Deutschland 2010; Regie: Christin Feldmann, Claudia Bach; 63 Minuten; FSK 0

Kinostart: 30. Juni

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