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Im Kino: „Rosia Montana, Dorf am Abgrund“

Rosia Montana, Dorf am Abgrund

Das rumänische Dorf Rosia Montana liegt idyllisch in den verschlungenen Tälern der Westkarpaten. Hier hat sich ein ursprüngliches, wenngleich ärmliches Leben erhalten. Doch nun ist das Leben in der kleinen Welt bedroht: Der kanadische Konzern Gold Corporation plant Bergbau in großem Stil, mit dem Ergebnis riesiger Abraumbecken, aus denen das bei der Goldgewinnung verwendete Zyanid ins Grundwasser zu gelangen droht. Fabian Daub erzählt in seinem Dokumentarfilm eine Geschichte potentiell drastischer Modernisierung, die von den menschenfeindlichen Projekten unter der kommunistischen Diktatur gar nicht so weit entfernt ist. Gleichwohl versucht der Filmemacher, beiden Parteien in dem Konflikt gerecht zu werden: So spricht sich ausgerechnet ein Arzt, der privat die umgebende Landschaft malt, für das Projekt aus, und auch die Umsiedlung nach Albia Iulia kann man mit viel gutem Willen als Fortschritt sehen. Doch als auch noch der korrupte Staatspräsident Basescu ins Spiel kommt (er missachtet zugunsten der Investoren sogar die Verfassung, stellt ein Kritiker fest), wird deutlich, dass Rosia Montana ein herausragendes Exemplum für die Probleme des postkommunistischen Rumänien ist.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Bildfolge Filmproduktion

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Rosia Montana, Dorf am Abgrund“ im Kino in Berlin

Rosia Montana, Dorf am Abgrund, Deutschland 2012; Regie: Fabian Daub; 103 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 25. Oktober

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