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Im Kino: „Sag, dass Du mich liebst“

Sag, dass Du mich liebst

Der deutsche Titel und der Umstand, dass Karin Viard die Hauptrolle spielt, lassen eigentlich eine romantische Komödie erwarten. Das ist keine ganz falsche Spur. Die Ausgangssituation des Regiedebüts von Pierre Pinaud besitzt jene Art von Ironie, die dem Genre lieb und teuer ist: Claire (Viard) arbeitet als Radiomoderatorin und gibt unter dem Pseudonym Mйlina ihren Zuhörern kluge Ratschläge in Liebesfragen; als Privatperson führt sie jedoch ein Dasein in trister Isolation. Der unerbittlichen Mechanik des Genres würde es entsprechen, dass sie sogleich zu Liebes- und Bindungsfähigkeit geläutert wird. Aber das Bekenntnis, das der Titel in ihrem Namen fordert, ist ein anderes: Als Kind wurde sie zur Adoption freigegeben und hat nun mithilfe eines Detektivbüros Identität und Wohnort ihrer leiblichen Mutter in Erfahrung gebracht. Hier wäre die Tür zum Melo aufgestoßen, die zu durchschreiten sich Pinaud allerdings nicht entschließen kann. Die tastende Annäherung Claires an die fremde Frau schildert er mit einiger Empathie für deren Seelennot. Den richtigen Erzählton findet diese Comйdie dramatique indes nie.

Text: Gerhard Midding

Foto: Alpenrepublik

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Sag, dass Du mich liebst“ im Kino in Berlin

Sag, dass Du mich liebst (Parlez-moi de vous), Frankreich 2011; Regie: Pierre Pinaud; Darsteller: Karin Viard (Claire Martin?/?Mйlina), Nicolas Duvauchelle (Lucas), Nadia Barentin (Joëlle Goulain); 90 Minuten; FSK 6

Kinostart: 1. November

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