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Im Kino: „Satte Farben vor Schwarz“

Satte Farben vor Schwarz

Ein erfolgreicher Unternehmer im Ruhestand, fast fünfzig Jahre zufrieden verheiratet, die Kinder erwachsen und selbstständig. Seine großbürgerliche Bilderbuchexistenz gerät in eine Krise, als dem Pensionär ein Prostatakarzinom attestiert wird. Als Chef jahrzehntelang gewohnt, eigene Entscheidungen zu treffen, lehnt er eine Operation ab – zum Entsetzen seiner verwöhnten Frau, die sich verständnislos von ihm abwendet.
Das mit Senta Berger und Bruno Ganz prominent besetzte Kinodebüt von Sophie Heldmann zeigt im Stil eines (bisweilen etwas betulichen) Kammerspiels typische Probleme westlicher Wohlstandsexistenzen angesichts ihres bevorstehenden Endes. Durch die Krebsdiagnose ist der Vater plötzlich gezwungen, sich mit dem nahenden Nichtsein zu befassen, er wird zum isolierten, auf sich allein zurück­geworfenen Außenseiter. Seiner Familie und sich selber entfremdet, wird dem ans Wohlleben Gewöhnten das Dasein zur Last, und wir sehen Bruno Ganz dabei zu, wie er nach „Das Ende ist mein Anfang“ schon wieder das Sterben üben muss.

Text: Ralph Umard

Foto: Christian Schulz

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Satte Farben vor Schwarz“ im Kino in Berlin

Satte Farben vor Schwarz, Deutschland/Schweiz 2010; Regie: Sophie Heldman; Darsteller: Bruno Ganz (Fred), Senta Berger (Anita), Leonie Benesch (Yvonne); 85 Minuten; FSK 0

Kinostart: 13. Januar

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