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Im Kino: „Schönheit“

Schönheit

„Warum wollen wir alle immer mehr?“, fragt eine Protagonistin dieser Doku um den Schönheitswahn in einem Anflug von Selbstzweifel. Das konsumkritische Mantra – aus dem Mund einer Frau, die zwar das Brust-OP-Forum als ihren Lebensinhalt, aber G-Punkt-Vergrößerung und Analbleaching als absolute No-Gos bezeichnet – bildet den sozialpolitischen Subtext des Films. Ansonsten lässt Regisseurin Carolin Schmitz die Selbstpräsentationen körpergetunter Statusjunkies unkommentiert, eine Methode, die sie auch schon in ihrem letzten Film „Portraits deutscher Alkoholiker“ angewandt hat. Dabei geht der Film jedoch nur scheinbar deskriptiv vor, denn er setzt allein durch die Auswahl seiner Protagonisten darauf, dass sich diese selbst kompromittieren: von der arroganten Prolo-Tussi bis zur gelifteten Reichen mit dem überdimensionierten Schuhschrank. Den halbherzigen Anspruch, diese Figuren als echte Menschen zu zeigen, löst der Film nicht ein. Man sieht doch nur Klischees und ist schnell genervt ob so viel Plastik und der wenig originellen Einsicht, dass Narzissmus zuweilen ungesunde Blüten treibt.

Text: Christoph David Piorkowski

Foto: Farbfilm Verleih

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Schönheit“ im Kino in Berlin

Schönheit, Deutschland 2011; Regie: Carolin Schmitz; 81 Minuten; FSK 0

Kinostart: 4. Oktober

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