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Im Kino: „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt

Junge trifft Mädchen und muss um seine Liebe kämpfen. Auch in Edgar Wrights Comic-Adaption „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ geht es im Kern um nichts anderes. Dabei wird der 23-jährige Herumhänger Scott Pilgrim allerdings zum Helden und die Welt um ihn herum wiederholt zum Videogame.
Michael Cera („Superbad“) tritt in der Hauptrolle an: als netter kanadischer Slacker, der sich mit seinem schwulen Mitbewohner Wallace (Kieran Culkin) ein Zimmer teilt und seine Zeit gern mit Videogames oder beim Proben mit seiner mittelprächtigen Band „Sex Bob-Omb“ verbringt. Wie eigentlich in all seinen Filmen gibt er dafür den Schnuffi-Geek mit gutmütigem Schafsblick, erweitert seinen eingeschliffenen Rollentypus jedoch um eine hochenergetische Beat‘em-Up-Seite. Nachdem sich Pilgrim in die unerreichbar erscheinende Ramona Flowers verliebt hat, muss er schließlich für ihre Liebe in Duellen gegen die Liga ihrer sieben teuflischen Ex-Freunde antreten.
So smart und komisch wie die schwarzweißen Comicvorlagen des Kanadiers Bryan Lee-O‘Malley und hochbeschleunigt von Minute eins folgt der Film einer Level-Dramaturgie, bis sich Pilgrim zum finalen Bosskampf gegen den fiesen Musikproduzenten Gideon durchgekickt hat. Ähnlich wie in seiner Zombie-Hommage/Parodie „Shaun of the Dead“ und der Actionveralberung „Hot Fuzz“ füllt Regisseur Wright seinen postmodernen Mash-Up dabei randvoll mit inszenatorischen Ideen, Gimmicks und Anspielungen auf alles, was vor allem den Puls der nerdigen Vertreter der Generation C64 plus höher puckern lässt: Comics und Mangas, Superhelden- und Science-Fiction-Filme, Punk- und Indie-Rock und natürlich Videospiele von 8-Bit-Retro-Klassikern über „Street Fighter“ bis zu „Guitar Hero“.
Diesen Rausch über knapp zwei Stunden durchzuhalten, ist allerdings nicht so einfach und tatsächlich droht am Ende etwas die Luft auszugehen. Doch „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ erreicht nicht nur mit seinen Liebeswirrungen das Herz, sondern macht auch sekündlich klar, wieviel Hingabe hier doch im Spiel ist. Eine hohe Platzierung in den „Beste Geek-Action-Liebeskomödie jemals“-Highscores sollte ihm so auf jeden Fall sicher sein.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ im Kino in Berlin

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (Scott Pilgrim vs. the World), USA 2010; Regie: Edgar Wright; Darsteller: Michael Cera (Scott Pilgrim), Mary Elizabeth Winstead (Ramona), Kieran Culkin (Wallace); 112 Minuten

Kinostart: 21. Oktober

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