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Im Kino: Sharayet – Eine Liebe in Teheran“

Sharayet_Eine_Liebe_in_TeheranAtafeh und Shireen, zwei iranische Mädchen, leben ein Doppelleben. In der Öffentlichkeit halten sie sich an die strengen Codes, die für die Geschlechter im Iran gelten. Mit ihren Freunden feiern sie aber auch laszive Partys, sodass Atafeh mit 16 bereits ihre Jungfräulichkeit „verloren“ hat. Das kommt an den Tag, nachdem die „Moralpolizei“ eine dieser Partys gesprengt hat und die Sittenwächter Atafeh einer Untersuchung unterzogen haben, die einer Vergewaltigung gleichkommt.

Der sinistre Mann hinter diesen Repressalien ist Atafehs Bruder Mehran, der nach einem Drogenentzug religiös geworden ist und sich in Shireen verliebt hat. Die aber liebt Atafeh, und so entwickelt sich in dieser Familie ein für die Spannungen im Iran repräsentativer Konflikt, den Maryam Keshavarz in „Sharayet – Eine Liebe in Teheran“ für ein internationales Publikum aufbereitet hat: Die in New York geborene Filmemacherin ist nicht an die strengen Regularien gebunden, die wir von iranischen Filmen kennen. Sie erzählt in teilweise stark stilisierten und auch erotisierten Bildern vom Hunger nach (nicht nur sexueller) Freiheit.

Text: Bert Rebhandl
Foto: Salzgeber
tip-Bewertung: Sehenswert

Sharayet – Eine Liebe im Iran im Kino in Berlin
USA/Iran 2011;
Regie: Maryam Keshavarz; Darsteller: Nikohl Boosheri (Atafeh Hakimi),
Sarah Kazemy (Shireen Arshadi), Reza Sixo Safai (Mehran Hakimi);

105 Minuten; FSK 12;

Kinostart: 24. Mai

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