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Im Kino: „Shell“

Shell

Eine winzige Tankstelle in den schottischen Highlands. Hier lebt die 17-jährige Shell (Chloe Pirrie) mit ihrem Vater Pete (Joseph Mawle). Gemeinsam verwalten sie eine Zapfsäule mitsamt Geschäft und bedienen vermutlich nicht mehr als eine Handvoll Kunden pro Tag. Die schöne Shell erregt zunehmend Aufmerksamkeit. Wenn in der Küche zu „Walk of Life“ von Dire Straits ihre langen roten Haare fliegen. Oder der englische Folksong „Loving Hannah“ in Form einer Badewannen-Interpretation Shells durch das Haus säuselt. Einmal schenkt ihr einer eine enge, blaue Levi’s-Jeans, um sich kurz nach der Anprobe von hinten an ihren Körper zu pressen. Auch Pete gerät in einen Konflikt. Zwischen Einsamkeit und einer ungewöhnlich starken Vater-Tochter-Bindung ist eine Menge Platz für Konfusion. Eine sukzessiv anschwellende Krise, geboren aus der Isolation inmitten majestätischer Ödnis. Scott Grahams stilles Coming-of-Age-Debüt ist ein zartes Roadside-Porträt, das auf schmerzliche Weise zum Roadmovie drängt.

Text: Carolin Weidner

Foto: Peripher Filmverleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Shell“ im Kino in Berlin

Shell, ?Großbritannien 2012; Regie: Scott Graham; Darsteller: Chloe Pirrie (Shell), Joseph Mawle (Pete), Kate Dickie (Claire); 90 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 20. Februar

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