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Im Kino: „Simon“

Simon

Fünfzehn Drehbuchentwürfe waren nötig, um den Roman-Bestseller „Simon och ekarna“ der 2007 verstorbenen schwedischen Autorin Marianne Fredriksson zu einem zweistündigen, visuell gediegen gestalteten Familiendrama zu verdichten. Mit diversen Vor- und Rückblenden sowie digital gedrehten Bildvisionen, welche die Innenwelt der Hauptfigur zu veranschaulichen suchen, ist „Simon“ ein komplex konstruierter, nachdenklich stimmender Film über eine Suche nach der eigenen Identität. Hauptfigur Simon ist ein verträumter Knabe, der gern Bücher liest und klassische Musik liebt, zum Verdruss seines Ziehvaters, eines ungebildeten ­Arbeiters, der vergeblich versucht, einen Handwerker aus dem Jungen zu machen. Simon fühlt sich unverstanden und mehr zum Vater eines Klassenkameraden hingezogen, einem wohlhabenden, aus Nazideutschland nach Schweden geflohenen jüdischen Buchhändler, der seinerseits die Frau des Ziehvaters begehrt, was zu Rivalitäten führt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs reist Simon, mittlerweile ein aufmüpfiger Student, mit seinem ­Mentor nach Berlin, um seinen familiären Wurzeln nachzuspüren.

Text: Ralph Umard

Foto: FFV / SKF / Roeder

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Simon“ im Kino in Berlin

Simon, Schweden/Dänemark/Deutschland/Norwegen/Niederlande 2011; Regie: Lisa Ohlin; Darsteller: Bill Skarsgеrd (Simon Larsson), ­Jonatan S. Wächter (Simon, jung), Helen Sjöholm (Karin ­Larsson); 122 Minuten; FSK 12

Kinostart: 28. Juni

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