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Im Kino: „South“

South

Bruce, gejagt von den traumatischen Bildern eines gescheiterten Banküberfalls, ist auf der Flucht. In seinem Versteck beginnt er im Tagebuch einer Frau zu lesen, die er glaubt, einmal geliebt zu haben. Zu ihr will er fliehen, falls es ihm gelingt, Manhattan zu verlassen.
Mit Handkamera, Schwenks und Unschärfen zu einer fragmentierten Erzählung verdichtet, montieren die österreichischen Filmemacher Gerhard Fillei und Joachim Krenn die Story zu einem fulminanten Bilderstrom.
In Deckung springende Passanten, die zitternden Bankangestellten und Bruce mit Maske und Gewehr mittendrin. Ähnlich verstörende Bilder löst das Tagebuch bei ihm aus. Die Furien der Erinnerung lassen Bruce nicht mehr los.
Die Plausibilität ihrer Geschichte opfern Fillei und Krenn immer wieder einer atemberaubenden Visualität. Schade, dass der unbeholfene Einsatz der Musik nicht zum Wahn passt, der auf der Bildebene herrscht. Trotzdem sieht man „South“ in jeder Sekunde die Leidenschaft an, mit der die Regisseure ihr Spielfilmdebüt realisiert haben.

Text: Nicolaus Schröder

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „South“ im Kino in Berlin

South, Österreich/USA 2009; Regie: Gerhard Fillei und Joachim Krenn; Darsteller: Matthew Mark Meyer (Bruce McGray), Claudia Vick (Dana Millea), Sal Giorno (Al Davis); 105 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 11. November

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