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Im Kino: „Straight Outta Compton“

Straight Outta Compton

Am helllichten Tag lungern Dr. Dre und Eazy-E irgendwo in Compton herum, einem Vorort, zwanzig Kilometer von Los Angeles entfernt, und Dr. Dre schlägt Eazy-E vor, ein Label zu gründen. Es sind die späten 80er, und Eazy-E kommt auch gleich mit einem Vorschlag um die Ecke: Ruthless muss das Label heißen, „rücksichtslos“. Hier sollen Tracks erscheinen, die vom Leben in Compton erzählen, von Bandenkriminalität, Drogen und Perspektivlosigkeit. Verantwortlich für Lyrics und Beats ist die Crew N.W.A., „Niggaz Wit Attitudes“, deren Teil Dre und E sind, aber auch DJ Yella und Ice Cube. In wenigen Wochen und mit nur ein paar Tausend Dollar Budget entsteht das Album „Straight Outta Compton“, das bald überall in den USA gehört wird und mit Titeln wie „Fuck tha Police“ eine ungeschönte Bestandsaufnahme von Polizeigewalt gegen Schwarze liefert. Zeitnah findet die Vermählung mit der etwas liquideren (weißen) Musikindustrie statt. Allen voran mit Jerry Heller, der das Management von Ruthless übernimmt.
Es dauert nicht lange, und zwischen Eazy-E, Dr. Dre und Ice Cube kommt es zu Differenzen. N.W.A. zerschlägt sich, Dre hat Erfolg mit Death Row Records, Ice Cube versucht sein Glück bei Priority, Eazy-E bleibt mit Jerry Heller verheddert.
Von jener bewegten Zeit erzählt „Straight Outta Compton“, bis ins Jahr 1995, als Eazy-E seiner Aids-Erkrankung erlag. Sowohl Dr. Dre als auch Ice Cube tauchen unter den Produzenten auf, Dre hat längst einen Soundtrack auf den Markt geschmissen, Ice Cube lässt sich gleich von seinem eigenen Sohn O‘Shea Jackson, Jr. verkörpern. In ausführlichen Streitgesprächen zwischen gierigen Geschäftspartnern und Rappern erweisen sich letztere zuverlässig als am Ende doch unkorrumpierbare Freigeister. Ein schönes HipHop- Märchen.

Text: Carolin Weidner

Foto: Jaimie Trueblood / Universal Pictures

Orte und Zeiten: „Straight Outta Compton“ im Kino in Berlin

Straight Outta Compton, USA 2015; Regie: F. Gary Gray; Darsteller: O‘Shea Jackson jr. (Ice Cube), Corey Hawkins (Dr. Dre), Jason Mitchell (Eazy-E); 147 Minuten

Kinostart: Do, 27. August 2015

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