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Im Kino: „Striche ziehen“

Striche ziehen

Am 4. November 1986 begannen fünf gerade aus der DDR nach West-Berlin übergesiedelte Freunde, einen weißen Strich quer über die Mauer zu ziehen – zum Ärger der DDR-Grenzer, die eine freche Verschiebung ?der Demarkationslinie befürchteten: Am zweiten Tag verhafteten sie am Lennй-Dreieck einen der Maler.
Gerd Kroskes Doku erzählt von dieser Aktion und einer zweiten Geschichte dahinter: Einer der jungen Punks hatte der Stasi in Weimar bis zur Ausreise Informationen geliefert. Erst 2010 kam die Bespitzelung heraus. „Striche ziehen“ betrachtet aus 30 Jahren Abstand diesen Verrat und holt den Informanten Jürgen O., seinen Bruder und die Freunde von damals vor die Kamera. Ein spannungsreiches Panorama, das Kroske, der sein Filmstudium in der DDR rechtzeitig zur Wende abschloss, mit Super-8-Filmen, Fotos und einem hämmerndem Punk-Score aus dem DDR-Underground lebendig macht. Auf-arbeitung von Geschichte im intimsten Raum.

Text: Robert Weixlbaumer

Foto: Salzgeber

Orte und Zeiten: „Striche ziehen“ im Kino in Berlin

Striche ziehen, Deutschland 2014; Regie: Gerd Kroske; 100 Minuten

Kinostart: Do, 23. April 2015

Lesen Sie hier: Ein Interview mit Regisseur Gerd Kroske

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