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Im Kino: „Substitute“

SubstituteEinmal traf er ganz knapp das Tor nicht, einmal zwickten die Adduktoren, und dann war da ja auch noch der große Zinedine Zidane, für den Dhorasoo einmal auf den Platz kam, der aber insgesamt eine starke WM spielte, sodass an ihm kein Vorbeikommen war.
Dhorasoo hatte also viel Zeit, die er sich nicht selten mit einer Kamera vertrieb. Denn der Dokumentarist Fred Poulet hatte ihm vor dem Turnier eine Super-8-Kamera und ein digitales Tonaufnahmegerät in die Hand gedrückt, und damit machte Dhorasoo eine Menge Aufnahmen, aus denen hinterher der Film „Substitute“ montiert wurde. Es ist der vielleicht ungewöhnlichste Fußballfilm aller Zeiten, und auch einer der besten und komischsten. Denn hier wird auch viel von dem Leerlauf eingefangen, durch den die vier Wochen geprägt sind, in denen es ja nur alle paar Tage entscheidende Minuten gibt. Und die Szene, in der Poulet und Dhorasoo einander in einem deutschen Schlosspark mit Kamera und Zoom suchen, zugleich das Mobiltelefon am Ohr, das ist schon ein ganz anderer und viel besserer Medienirrsinn als der, den eine WM so auslöst.

Text: Bert Rebhandl
tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: Substitute“ im Kino in Berlin

Substitute Frankreich 2007; Regie: Fred Poulet, Vikash Dhorasoo; 72 Minuten

Kinostart: 3. Juni

NEUSTARTS IN BERLIN

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