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Im Kino: „Swastika“

Swastika

Ein Film, von dem die „Internet Movie Data Base“ Adolf Hitler und Eva Braun (jeweils höchstpersönlich) als Hauptdarsteller nennt, wird vermutlich auf einen gewissen Argwohn stoßen. Und „Swastika“ von Philippe Mora ist denn auch tatsächlich ein prekäres Ding. 1973 kam der damals 24-jährige Hansdampf in vielen Gassen an das Filmmaterial, das den „Führer“ und sein Gefolge privat und in prächtigen Farben auf eine Weise zeigt, die anscheinend so gar nicht zum epochalen Mörder passt, der Hitler kraft seiner Befehlsgewalt auch war. Mora montierte aus diesen Aufnahmen und zahlreichen weiteren Filmdokumenten aus NS-Deutschland einen Bogen, der sich von 1933 bis 1939 erstreckt, mit einem Epilog im Jahr 1945, der die Konsequenzen der ersten sechs Jahre verbucht: zerbombte Städte, Leichenberge, Untergang.
„Swastika“ zeigt den Nationalsozialismus von seiner „menschlichen“ Seite – ein heikles Manöver, das immer schon dubios war, das zu seiner Zeit aber tatsächlich auch eine historische Schicht freilegte, die hinter der Chiffre Auschwitz nahezu vergessen worden war: die frühen „Erfolge“ der Nazis. Und das macht den Film heute wieder sehenswert.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Swastika“ im Kino in Berlin

Swastika, USA 1973; Regie: Philippe Mora

Kinostart: 25. November

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