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Im Kino: „Tabu – Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden“

Tabu_Es_ist_die_Seele_ein_Fremdes_auf_ErdenDepressionen und Drogenräusche, Existenzangst und Todessehnsucht, Liebeswünsche und verbotene Lust – das kurze aber heftige Leben des genialen expressionistischen Lyrikers Georg Trakl, der 1914 kurz nach Ausbruch des Krieges mit einer Überdosis Kokain seiner Angst vor dem Leben ein Ende setzte, ist Stoff für ein Biopic, von dem ein Filmemacher nur träumen kann. Dieser Herausforderung haben sich jetzt der TV- Regisseur Christoph Stark und seine Hauptdarsteller Lars Eidinger und Peri Baumeister mit redlichem Erfolg gestellt. „Tabu“ stellt dabei die tragische Inzestbeziehung zwischen Trakl und seiner Schwester Grete in den Mittelpunkt, die die Geschwister in einen unentrinnbaren Mahlstrom der Selbstzerstörung reißt. Diese „Blutschuld“ (so der Titel eines Trakl-Gedichts), die sich aus den schaurig-schönen Bildern erahnen lässt, wird zum zeitlosen Thema einer leidenschaftlichen, aber unmöglichen Liebe. Auch wenn man Trakls symbolhafte Zeilen schuldverwobener Gefühle den explizit umgesetzten Bildern auf der Leinwand vorziehen mag, hat der Film den Verdienst, der Lyrik Trakls dennoch einen wichtigen Platz einzuräumen und sie einem großen Publikum zugänglich zu machen.    

Text: Barbara Lorey
Foto: Patrick Muller/Camino_Filmverleih
tip-Bewertung: Annehmbar

Tabu im Kino in Berlin
Österreich?/?Deutschland?/?Luxemburg?/?Frankreich 2011;
Regie: Christoph Stark; Darsteller: Lars Eidinger (Georg Trakl), Peri Baumeister (Grete Trakl), Rainer Bock (Albert Brückner);
94 Minuten; FSK 16;
Kinostart: 31. Mai

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