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Im Kino: „Tanta Agua – Nichts als Regen“

Tanta_Agua_c_dreifreundeFilmverleihWenn in dem Debütfilm der beiden Regisseurinnen Ana Guevara Pose und Leticia Jorge Romera das Geräusch von prasselndem Regen ab einer bestimmten Stelle nicht mehr hörbar ist, dann liegt es daran, dass man den Regen als wahren Hauptakteur längst akzeptiert hat. Wie ein Wesen, dass sich hinter vorgehaltener Hand diebisch ins Fäustchen lacht, bewirkt er bei einer südamerikanischen Familie den Urlaubs-Super-GAU: Er macht, dass Vater Alberto (Nйstor Guzzini) mitsamt den Kindern Federico (Joaquнn Castiglioni) und Lucнa (Malъ Chouza) die Tage im Ferienhaus verbringen muss.

Da hilft auch das sorgsam angebrachte Duftbäumchen nicht – die Stimmung stinkt umgehend und beharrlich. Und das ist, insbesondere für das 14-jährige Mädchen, schlicht höllisch. Die nervliche Anspannung der Pubertät ist dabei so schön von ihrem Gesicht abzulesen (wenn sie die Unterseite des Doppelstockbettes fixiert, durch dessen Federn sich der kleine Kinderkörper des Bruders drückt), dass „Tanta Agua“ allein deswegen lohnt. Und auch wegen des wunderbaren Wechselspiels zwischen Lucнas Mimik und Aufnahmen einer Ferienanlage im Dämmerzustand.

Text: Carolin Weidner

Foto: drei Freunde Filmverleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Tanta Agua – Nichts als Regen“ im Kino in Berlin

Tanta Agua Uruguay/Niederlande/Deutschland 2013; Regie: Ana Guevara, Leticia Jorge; Darsteller: Nйstor Guzzini (Alberto), Malъ Chouza (Lucнa), Joaquнn Castiglioni (Federico); 107 Minuten; FSK 0

Kinostart: 28. November

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