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Im Kino: „Tao Jie – Ein einfaches Leben“

Tao Jie

Bisher konnte Junggeselle Roger (Andy Lau) noch immer ein bisschen darauf bauen, dass Ah Tao (Deannie Yip) im Haus ist. Tao Jie, „Fräulein Tao“, die exzellente Köchin, die gute Seele. Selbst Rogers mittlerweile erwachsene Freunde können sich noch an jedes Gericht erinnern, dass Tao Jie ihnen bereitete. Seit vielen Jahren ist sie das Dienstmädchen der Familie Leung. Nur, dass von den Leungs kaum einer in Hongkong verblieben ist (ein ganzer Familienzweig ist in die USA übersiedelt) und Tao Jie auch wirklich kein „Fräulein“ mehr ist, sondern eine Greisin. Eines Tages entdeckt Roger sie nach einem Herzanfall in der Waschküche; der Umzug in ein Pflegeheim ist unumgänglich. Hier setzt Ann Huis Film ein, bei Tao Jies neuem Leben, dessen Ende leider ziemlich absehbar ist. Und so beobachtet man die alte Dame sich einrichten, übernimmt zeitweise ihren Blick auf die anderen Heimbewohner, schüttelt sich und kichert manchmal ob der Senioren, die immer mehr zu Kindern werden. Ein schleppender Prozess. Ah Tao trägt ihr Schicksal mit Würde, während sich Teile des Films immer wieder der Rührseligkeit überlassen.

Text: Carolin Weidner

Foto: Fugu Filmverleih

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Tao Jie – Ein einfaches Leben“ im Kino in Berlin

Tao Jie – Ein einfaches Leben (Tao Jie – A Simple Life), ?Hongkong 2011; Regie: Ann Hui; Darsteller: Deannie Yip (Ah Tao), Andy Lau (Roger), Qin Hailu (Frau Choi); 123 Minuten; FSK 0

Kinostart: 24. April  

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