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Im Kino: „Tom Sawyer“

Tom Sawyer

Egal, ob man sich an sie aus der Romanlektüre oder aber aus dem Weihnachtsvierteiler des ZDF 1968 erinnert, einige Szenen aus Mark Twains „Tom Sawyer“ wird man kaum vergessen: den Mord auf dem mitternächtlichen Friedhof, die Flucht vor dem Bösen in einer unterirdischen Höhle oder das Anstreichen des Zaunes. Auch in dieser Neuverfilmung muss man nicht auf sie verzichten. Dennoch gibt es hier einige Veränderungen, so ist Tante Polly erheblich jünger geworden.
Deutsche Schauspieler als amerikanische Figuren, das ist am Anfang gewöhnungsbedürftig, aber dem Film gelingt es, das zu vermitteln, selbst bei vertrauten Gesichtern wie Peter Lohmeyer und Joachim Krуl. Am besten ist allerdings wieder einmal der Böse geraten: Benno Führmann verkörpert den Indianer-Joe mit einer derartig angsteinflößenden Präsenz, dass man befürchten muss, jüngere Zuschauer (FSK: ab 6) könnten davon Albträume bekommen. Bewundernswert, dass der Film ganz und gar darauf verzichtet, den Bösen lächerlich zu machen, also mit dem Lachen der Angst beizukommen, wie das in Kinderfilmen sonst oft üblich ist.

Text: Frank Arnold

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Tom Sawyer“ im Kino in Berlin

Tom Sawyer, Deutschland 2011; Regie: Hermine Huntgeburth; Darsteller: Louis Hofmann (Tom Sawyer), Leon Seidel (Huckleberry Finn), Heike Makatsch (Tante Polly); 109 Minuten; FSK 6

Kinostart: 17. November

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