Kino & Stream

Im Kino: „Tomorrow is Always Too Long“

Im Kino:

Die Videokunst gehört längst zum Kanon der Bildenden Kunst, aber den Weg ins Kino findet sie nur sehr selten. Der Film des schottischen Künstlers und Filmemachers Phil Collins (nicht zu verwechseln mit dem Sänger) ist da eine sehr gelungene Ausnahme, eine Wundertüte Kinokunst.
Dies ist ein Essayfilm über die Lebenszyklen und zugleich eine Hommage an Collins’ Heimatstadt Glasgow, begleitet von den Songs der walisischen Sängerin Cate Le Bon, die sich als roter ­Faden durch den Film ziehen. Und ist doch mehr als das, weil Collins mit Sehgewohnheiten spielt. Ob der Zuschauer dies nun als Doku, langen Videoclip, Musical, Animationsfilm oder Shopping-TV-Show in Schubladen packt, dürfte dem Mann herzlich egal sein. Ungezwungen bedient er sich aller Genres und Formate, um daraus sein Universum zu stricken. Dass daraus ein Gesamtkunstwerk geworden ist, intelligent, leichtfüßig und unterhaltsam, das jeden auffordert, sich aus der Ideenfülle frei zu bedienen, ist ein schöner Nebeneffekt.   

Text: Andreas Döhler 

Foto: Rapid Eye Movies??

Orte und Zeiten: Tomorrow is Always Too Long

Tomorrow is Always Too Long GB/D 2014, 82 Min., R: Phil Collins

Kinostart: Do, 17. März 2016

Mehr über Cookies erfahren