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Im Kino: „Trash Detective“

Im Kino:

Detektive oder Kripo-Beamte mit Alkoholproblemen gab es zuhauf im Krimigenre, aber kaum einer wirkte derart trunksüchtig und menschlich so abstoßend wie der Antiheld in dieser bedrückenden Milieustudie mit schwäbisch schwätzenden Schauspielern. Als eine Jugendliche nach einer Festnacht in einem süddeutschen Provinzkaff vermisst wird, ermittelt der asoziale Säufer auf eigene Faust und gerät dabei selber unter Mordverdacht. Die Handlung hat Hänger und Lücken (ein folternder Metzger und sein Kumpan verschwinden plötzlich von der Bildfläche), ist inhaltlich aber weit origineller und wagemutiger inszeniert als das, was üblicherweise im „Tatort“ geboten wird.
In seiner Kompromisslosigkeit beeindruckend ist die Darstellung eines Kotzbrockens durch Rudolf Waldemar Brem, der von 1969 bis 1974 regelmäßig in Filmen von Fassbinder mitspielte… und auch schon in einigen „Tatort“-Folgen zu sehen war.   

Text: Ralph Umard

Foto: 2016 Camino Filmverleih

Orte und Zeiten: Trash Detective

Trash Detective
D 2015; R: Maximilian Buck; D: Rudolf Waldemar Brem (Uwe Krollhass), Sebastian Fritz (Steffen Stolze), Therese Hämer (Gabi Stolze); 106 Min.

Kinostart: Do, 18. Februar 2016

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