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Im Kino: „Traumfabrik Kabul“

Traumfabrik Kabul

In Afghanistan entsteht ein Film. Die Schauspielerin in Großaufnahme verkörpert leidenschaftliche Empörung über die fehlende Gleichberechtigung der Frau in diesem Land. Warum darf sie nichts entscheiden, obwohl sie doch von Gott nach gleichem Recht wie der Mann geschaffen wurde? Sie fängt an zu weinen, und obwohl sie sich, nachdem die Kamera abgeschaltet ist, erst mal um ihr Make-up sorgt, hat man doch nicht das Gefühl, einer Performance zugesehen zu haben.
Saba Sahar, die Sebastian Heidinger in seinem zweiten Dokumentarfilm porträtiert, ist nicht nur eine der wenigen Polizistinnen in Afghanistan, sondern stellt außerdem Filme in Eigenproduktion und  -regie her, erklärt also den Kampf gegen etablierte Geschlechterrollen nicht nur rein thematisch, sondern indem sie mit gutem Beispiel vorangeht. In beobachtender, zurückhaltender Weise wird sie begleitet bei den mühsamen Vorbereitungen ihrer Projekte, den Versuchen, Gelder zu akquirieren, den Dreharbeiten, während sich die Ergebnisse in B-Movie-Manier mit unterschnittenen Bildern auf spielerische Weise von der Alltagsrealität abheben.

Text: Valerie Bäuerlein

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Traumfabrik Kabul“ im Kino in Berlin

Traumfabrik Kabul, Deutschland/Afghanistan 2011; Regie: Sebastian Heidinger; 83 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 19. April

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