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Im Kino: „Traumfrauen“

Traumfrauen

Die bisherigen Filmtitel von Anika Decker hatten alle etwas Verspieltes: „Keinohrhasen“, „Zweiohrküken“, „Rubbeldiekatz“. So wurde sie zu einer der erfolgreichsten deutschen Drehbuchautorinnen, und verdiente sich den professionellen Kredit für ihren ersten eigenen Film: „Traumfrauen“ ist schon vom Titel her weniger verspielt, sondern zielt direkt ins Zentrum der „romantischen Komödien“, dieses erfolgreichen Genres, in dem es mehr als in jedem anderen um die richtige Position im Leben geht. Hannah Herzsprung, Karoline Herfurth, Palina Rojinski und Iris Berben sind die Traumfrauen, auf der anderen Seite gibt es eigentlich nur einen brauchbaren männlichen Kandidaten: Elyas M’Barek, der auf diese Rolle inzwischen so abonniert ist, dass er vermutlich von Murmeltieren träumt. Leider gibt es keine einzige interessante Figur in diesem Film, allen staubt das offensichtliche Konzept aus allen Ohren, eine so wunderbare Schauspielerin wie Hannah Herzsprung müht sich durch situationskomische Momente, neben denen Heinz Erhardt wirken würde wie Buster Keaton. „Traumfrauen“ ist ein weiterer Tiefpunkt der deutschen Filmkomödie, und man wundert sich nur, mit welcher Zuverlässigkeit Elyas M’Barek bei allen mitmacht. Seiner Karriere können schlechte Filme wohl längst nicht mehr schaden.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Stephan Rabold / Warner Bros. Entertainment

Orten und Zeiten: „Traumfrauen“ im Kino in Berlin

Traumfrauen, Deutschland 2015; Regie: Anika Decker; Darsteller: Hannah Herzsprung (Leni), Karoline Herfurth (Hannah), Elyas M’Barek (Joseph); 109 Min.

Kinostart: Do, 19. Februar 2015

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