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Im Kino: „Treffpunkt Erasmus“

Treffpunkt Erasmus

Bis zu seinem Tod 1994 hat Werner Klemke sein Engagement für den jüdisch-holländischen Widerstand verschwiegen. Ruhm erlangte der Ur-Berliner, der weit über die DDR hinaus für seine Illustrationen gefeiert wurde, stattdessen als Buchkünstler in der Nachkriegszeit.
Die holländische Regisseurin Annet Betsalel hat unter Aufarbeitung eines Dokumentenfundes von 2011 nun einen Film über den clandestinen Helden Werner Klemke gedreht, der in den 40er- Jahren als Soldat in den Niederlanden stationiert war; seine graphischen Fähigkeiten gebrauchte er hier vornehmlich, um für jüdische Antifaschisten Arier-Nachweise zu fälschen.
Detailliert zeichnet Betsalel in „Treffpunkt Erasmus“  die umfängliche Hilfe des Illustrators für ein Untergrund-Netzwerk nach, das mehr als 300 Juden vor der Deportation bewahrt hat. Die liebevoll gearbeitete Doku beschreibt, wie sich jemand in Zeiten der Barbarei über Kunst und Humor seine Menschlichkeit erhält.

Text: Christoph David Piorkowski

Foto: Rekord Film

Orte und Zeiten: „Treffpunkt Erasmus“ im Kino in Berlin

Treffpunkt Erasmus, Niederlande 2015; Regie: Annet Betsalel; 99 Minuten

Kinostart: Do, 27. August 2015

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