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Im Kino: „Tres“

Tres

„Tres“ ist (nach „Whisky“, der in Kollaboration mit dem mittlerweile verstorbenen Juan Pablo Rebella entstand) der erste Film, den der Uruguayer Pablo Stoll alleine verantwortet. Ausgangspunkt ist eine unvermutete Midlife-Krise, die Rodolfo (Humberto de Vargas) erfasst. Etwas – was genau, enthält der Film uns vor – fehlt ihm in Beruf und Ehe, denn er versucht in ungelenken, aber sanften Übergriffen wieder Zugang zu seiner Exfrau und der gemeinsamen Tochter zu finden. Lakonisch und bedächtig wird skizziert, wie der Vater seine verschwundene Familien-„Normalität“ zu behaupten sucht. Zwischen Drama und Komödie pendelnd erzählt sich so aber mehr als das Scheitern dieses Unterfangens. Denn die irreale Familien-Fiktion hinter sich lassend, handelt der Film bald von den einzelnen, sich zurechtfindenden Individuen: von der Exfrau, die ihre Tage mit der Pflege der todkranken Tante verbringt, und von der heranwachsenden, durch die Stadt driftenden Tochter. Subtil werden so Strukturen des post-familiären Nebeneinanderherlebens gezeichnet.

Text: Michael Baute

Foto: Karin Porley von Bergen / Control Z Films

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Tres“ im Kino in Berlin

Tres, Uruguay/Argentinien/Deutschland/Chile 2012; Regie: Pablo Stoll Ward; Darsteller: Humberto de Vargas (Rodolfo), Sara Bessio (Graciela), Ana Clara Ferreira (Ana); 121 Minuten; FSK 0

Kinostart: 22. November

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