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Im Kino: „The Tribe“

The Tribe

Ein junger Mann kommt in ein Internat für Taubstumme. Das Institut erweist sich für ihn als eine Schule der Gewalt, er fasst aber auch Zuneigung zu Anya, während er zugleich Handlanger für die Männer ist, die als ihre Zuhälter agieren.
Miroslav Slaboshpitsky hat in seinem Film „The Tribe“ darauf verzichtet, die Gebärdensprache der Darsteller zu untertiteln. Auf diese Weise suggeriert er, man blicke in eine unverständliche, „primitive“ Welt. Zugleich sind die Bezüge zu einer von Korruption und Übervorteilung geprägten ukrainischen Gegenwart deutlich. So ist „The Tribe“ eine vielschichtige Erfahrung: ein virtuoses Beispiel für ein ästhetisch avanciertes Weltkino, in dem in komplexen Einstellungen gesellschaftliche Wirklichkeiten verschlüsselt und erschlossen werden, aber auch eine drastische Darstellung von Elend und Ausbeutung. Zwiespältig, und gerade deswegen ?sehenswert.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Rapid Eye Movies

Orte und Zeiten: „The Tribe“ im Kino in Berlin

The Tribe (Plemya), UA/NL 2014; Regie: Miroslav Slaboshpitsky; ?Darsteller: Grigoriy Fesenko (Sergey), Yana Novikova (Anya), Rosa Babiy (Svetka); 132 Minuten

Kinostart: Do, 15. Oktober 2015

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