Kino & Stream

Im Kino: „Trumbo“

Im Kino:

In „Hail, Caesar!“ von den Gebrüdern Coen wurden sie gerade der Lächerlichkeit preisgegeben, die kommunistischen Autoren in Hollywood, die versuchen, einem tumben Star den Marxismus nahezubringen. In „Trumbo“ dagegen ist der Bestbezahlteste von ihnen der Protagonist: Dalton Trumbo, dessen Spezialität es war, aus dickleibigen Romanvorlagen wie „Spartakus“ und „Exodus“ (die nicht unbedingt gut geschrieben waren) den dramatischen Kern herauszuarbeiten.
Seine Nennung im Vorspann dieser beiden Filme beendete Anfang der 60er-Jahre die Praxis der Schwarzen Liste. Zuvor, als die großen Studios ihn im Kalten Krieg nicht beschäftigen wollten, sicherte Trumbo sein Überleben als eine Ein-Mann-Schreibfabrik: Unter wechselnden Pseudonymen produzierte er Drehbücher für schnell geschriebene B-Filme (darunter Meisterwerke wie „Gun Crazy“), aber auch Studioklassiker wie „Ein Herz und eine Krone“.
Bryan Cranston verkörpert diesen Mann als durchaus widersprüchliche Figur: von moralischem Rigorismus, aber dem guten Leben durchaus nicht abgeneigt, ein Familientyrann mit einem großen Ego. Dies ist einmal nicht die Geschichte eines unschuldig Verfolgten, sondern eines Mannes, der als Kommunist unbeirrbar an seinen Idealen festhält. Geradlinig erzählt, mit einem Gespür für (tragi-)komische Untertöne, zeigt der Film, wie schwierig das ist. Einen späten Triumph Trumbos erwähnt er ­übrigens nicht: 1971 verfilmte er seinen ­eigenen, 1939 veröffentlichten Roman „Johnny Got His Gun“ („Johnny zieht in den Krieg“), seine einzige Regiearbeit und ein kraftvoller Antikriegsfilm dazu.    

Text: Frank Arnold

Foto: Paramount

Orte und Zeiten: Trumbo

Trumbo USA 2015, 124 Min., R: Jay Roach, D: Bryan Cranston, Diane Lane, Elle Fanning, Helen Mirren, John Goodman

Kinostart: Do, 10. März 2016

Mehr über Cookies erfahren