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Im Kino: „Union fürs Leben“

Warum wird jemand Fan eines bestimmten Fußballvereins? Dafür kann man sich interessieren, darüber kann man Filme machen, es gibt sie auch bereits. Wofür sich die Filmemacher Marten Pfeiffer und Rouven Rech eigentlich interessieren, weiß man allerdings auch nach Ansicht ihrer Dokumentation „Union fürs Leben“ nicht. Unkommentiert folgen sie Lebens- und Arbeitswegen einiger Fans des Köpenicker Traditionsclubs 1. FC Union Berlin, die Spannbreite reicht dabei vom Berliner Sozialsenator bis zum Sozialarbeiter. Das ist je nach Persönlichkeit dann bestenfalls so spannend oder langweilig, wie es der Blick in fremde Leben eben sein kann; in Bezug auf den Verein mit dem sehr spezifischen Image der Unangepasstheit vermittelt es lediglich ein unspezifisches und weitgehend unreflektiertes Heimatgefühl für Menschen mit den unterschiedlichsten Ost-Biografien. Einen Erkenntnisgewinn bietet der Film nicht – und dass es auch noch ganz andere Fans gibt (im Januar wurde ein Spiel in Stockholm wegen Ausschreitungen abgebrochen) blendet das heimelig anmutende Werk bequemerweise gleich ganz aus.

Text: Lars Penning

Foto: Frank Marten Pfeiffer

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Union fürs Leben“ im Kino in Berlin

„Union fürs Leben“, ?Deutschland 2014; Regie: Marten Pfeiffer, Rouven Rech; 102 Minuten; FSK 0; Kinostart: 3. April

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