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Im Kino: „Unter Strom“ mit Harald Krasnitzer

Der Polizist, seine mannstolle Mitarbeiterin und sein heimlicher Liebhaber; die bankrotte Karrierefrau, ihr frisch geschiedener Hausmann und ihr auf einer Überdosis Viagra schwebender Liebhaber und schließlich der Kleinganove, seine schwangere Frau und sein bester Freund, der außerdem auch ihr Liebhaber und der Vater des Kindes ist … Schon die drama­tische Personenaufstellung von „Unter Strom“ macht klar, dass man es hier mit einer Komödie mit maximalem Verwicklungspotenzial zu tun hat.
Das Ehepaar Trieb (Harald Krass­nitzer und Catrin Striebeck) hat gerade seine Kampfscheidung hinter sich gebracht, als es im Gerichtsgebäude vom soeben zu Unrecht verurteilten Kleinganoven Frankie Huber (Hanno Koffler) mit Waffengewalt entführt wird. Nur wenig später kommt ein konservativer Politiker als weitere Geisel dazu, und der planlose Ganove lässt sich erst mal ins abgelegene Ferienhaus des Ex-Ehepaars fahren, um in Ruhe darüber nachzudenken, wie er aus dem Schlamassel wieder herauskommt. Hilfreich gesellen sich bald noch seine Frau (Anna Fischer) und sein bester Freund (Robert Stadlober) dazu, der Liebhaber von Frau Trieb ist schon zur Stelle, und nicht viel später trifft auch die Polizei ein. Eine mehr als explosive Situation – die natürlich nur in Streit, Zwist, schwerer Körperverletzung, Mord und Totschlag enden kann. Oder auch in einer rasanten Komödie, in der sich alle Beteiligten permanent eins überbraten – zur Gaudi aller anderen Anwesenden und natürlich des Publikums.
Der vom Theater kommende Regisseur Zoltan Paul hat offensichtlich Erfahrung mit der Inszenierung von Humor, der über alle Stränge schlägt: Zusammen mit einem ebenfalls weitgehend aus dem (österreichischen) Theater rekrutierten Starensemble schafft er das schwierige Kunststück, aus­gefeilten Wortwitz und brachi­alen Slapstick zusammenzubringen. Das Resultat ist eine verblüffend lustvolle Farce, die ganz in der Tradition der klassischen Screwball-Komödien steht, in denen es vor nichts Respekt gibt, am allerwenigsten vor solch kleinlichen Dingen wie der Realität.

Text: Catherine Newmark

tip-Bewertung: Sehenswert

Unter Strom, Deutschland 2008; Regie: Zoltan Paul; Darsteller: Harald Krassnitzer (Daniel), Catrin Striebeck (Anna), Hanno Koffler (Frankie); Farbe, 80 Minuten

Kinostart: 10. Dezember

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