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Im Kino: „Valerie“

Valerie

Eine Frau und die Kamera: Mit ihr zeichnet die Mittdreißigerin Valerie Gedanken und Erinnerungen auf – für den Geliebten, der im Krankenhaus im Koma liegt. Ihr „Abschied von den Männern“ sei dieser Videomonolog, verkündet sie zu Beginn. So lässt sie dabei nicht nur die gemeinsame Geschichte, sondern auch ihre vorherigen Männergeschichten Revue passieren, wechselt zwischen Rückblicken und Reflexionen über die Liebe und umkreist dabei die Frage, was diese ausmacht.
„Valerie“ basiert auf dem 2005 erschienenen Roman „Kleine Lichter“ von Roger Willemsen und passt vom Konzept her gut zu den Monologfilmen, die der Produzent zuvor mit Hannelore Elsner („Mein letzter Film“) und Ben Becker („Ein ganz gewöhnlicher Jude“) gemacht hatte. Sie waren von Oliver Hirschbiegel in Szene gesetzt worden, der im Epischen ebenso bewandert ist wie im Kammerspiel. Diesmal zeichnet für Inszenierung und Drehbuchbearbeitung Josef Rusnak verantwortlich, der sich hier wenig um die Qualitäten von Text und von Hauptdarstellerin Franka Potente schert und uns mit einer delirierenden Kamera nervt, die die Protagonistin einmal sogar aus dem Inneren ihres Kühlschranks anblickt.

Text: Frank Arnold

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Valerie“ im Kino in Berlin

Valerie, Deutschland 2010; Regie: Josef Rusnak; Darsteller: Franka Potente (Valerie), Stephanie Stumph (1. Krankenschwester), Maria Hartmann (2. Krankenschwester); 87 Minuten; FSK 12

Kinostart: 22. September

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