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Im Kino: „Verbotene Filme“

Verbotene Filme

Sind nationalsozialistische Propagandafilme wie der antisemitische „Jud Süß“ heute noch gefährlich? Können sie bei rechtsgerichteten Jugendlichen Feindbilder verstärken? Soll man sie deshalb weiterhin nur mit Auflagen öffentlich vorführen? „Das verdrängte Erbe des Nazi-Kinos“ (Untertitel) zu beleuchten, ist eine verdienstvolle Angelegenheit. Felix Moeller, promovierter Historiker und als Regisseur von „Harlan – Im Schatten von Jud Süß“ mit der Thematik vertraut, lässt ein Dutzend Fachleute zu Wort kommen, um der Komplexität des Stoffes und seinen vielen Facetten gerecht zu werden, vom sachlichen Filmhistoriker bis zum flapsigen Filmemacher. So steht Fundiertes neben Banalem. Dass der Film versucht, nichts auszulassen, lässt ihn mehr wie einen Zettelkasten erscheinen oder auch eine didaktisch misslungene Unterrichtsstunde. Manches, was nur in Nebensätzen erwähnt wird, hätte dagegen mehr Aufmerksamkeit verdient, etwa der Wunsch der Fernsehanstalten, in früheren Zeiten die Filme zwecks Ausstrahlung freizubekommen oder die Erinnerung daran, dass diese Filme in den 1980er-Jahren in Clubs an die Wände projiziert wurden.

Text: Frank Arnold

Foto: Salzgeber

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Verbotene Filme“ im Kino in Berlin

Verbotene Filme, ?Deutschland 2012; Regie: Felix Moeller; 98 Minuten; ?FSK 6

Kinostart: 6. März

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