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Im Kino: „Vergiss mein Ich“

Vergiss mein Ich

Eben noch stand Lena Ferben mitten im Leben. Nun erkennt sie die Frau nicht mehr, die ihr im Spiegel entgegenblickt. Retrograde Amnesie nach einer unbemerkten Hirnhautreizung lautet die Diagnose – der Verlust des biografischen Gedächtnisses. Und nun? Zwar bemüht sich ihr Mann Tore geduldig, Lena beizubringen, wer und wie sie vorher war. Doch für Lena ist selbst der Ausdruck elementarster Gefühle unbekanntes Terrain. Erneut widmet sich Jan Schomburg nach seinem Regie-Debüt „Über uns das All“ jenen Facetten, aus denen sich Identität und Persönlichkeit zusammensetzen. Seine Lena will sich und ihre Karriere als charismatische Wissenschaftlerin zurückerobern und nicht zuletzt die Liebe wieder erlernen. Doch unter all den vielen Schichten lauert noch eine unbekannte Andere, die sich ebenfalls ausprobieren will. Faszinierend und tragikomisch zugleich, wie Maria Schrader sich in Lenas Komplexität hineinversetzt. Intelligent und fesselnd.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Real Fiction Filmverleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Vergiss mein Ich“ im Kino in Berlin

Vergiss mein Ich, ?Deutschland 2014; Regie: Jan Schomburg; Darsteller: Maria Schrader (Lena Ferben), Johannes Krisch (Tore Ferben), Ronald Zehrfeld (Roman); 93 Minuten; FSK 12

Kinostart: 1. Mai

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