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Im Kino: „Versailles „

versaillesEr spielt in den Wäldern nahe des berühmten Schlosses, wo eine Gruppe Entwurzelter eine karge Heimstatt und auch Gemeinschaft gefunden haben. Damien lebt dort in einer Waldhütte, in die er den kleinen Enzo aufgenommen hat. Für den Jungen ist der Verschlag ein Zuhause geworden. Einmal aber muss er tatsächlich das Schloss betreten, für dessen Pracht die Kamera davor keinen Blick hatte. Er ist hilflos, denn Damien hat hohes Fieber und phantasiert. Eine der kostümierten Wachen hält den verschmutzten Eindringling auf. Er ist einem kindlichen, naiven Impuls gefolgt, welcher dennoch gerechtfertigt ist: Er bekommt Hilfe, und bald sieht es danach aus, als würden er und sein Ziehvater ins soziale Netz zurückkehren. Das Regiedebüt des Drehbuchautors Pierre Schoeller ist ein urteilsloser Film. Guillaume Depardieu ist in einer seiner letzten Rollen als Anarchist mit unverbrüchlichem Glauben an die gesellschaftliche Ordnung das moralische Zentrum des Films: „Ohne Mut“, sagt er, „ist man nichts.“

Text: Gerhard Midding
tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: Versailles“ im Kino in Berlin

Versailles Frankreich 2008; Regie: Pierre Schoeller; Darsteller: Guillaume Depardieu (Damien), Max Baissette de Malglaive (Enzo), Judith Chemla (Nina); 113 Minuten

Kinostart: 3. Juli 

NEUSTARTS IN BERLIN

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