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Im Kino: „Vincent will meer“

Drei Therapiefälle in einem Auto: Vincent (Florian David Fitz) hat das Tourette-Syndrom, Marie (Karoline Herfurth) ist magersüchtig, und Alexander (Johannes Allmayer) leidet unter einer Zwangsneurose. Mehr oder weniger spontan haben sie den Wagen der Klinikärztin gemopst und sind nun unterwegs nach Italien ans Meer. Ihnen dicht auf den Fersen sind die nervöse Ärztin (Katharina Müller-Elmau) und Vincents peinlich berührter Vater (Heino Ferch).
Trotz bemühter Symptomfülle geht es bei den Macken des Figurenensembles nicht um Betroffenheit und Pathos, sondern um Situationskomik und komödiantische Dramaturgie. Da bereichern Vincents unfreiwillige „Ficken!“-Ausrufe auf lustige Weise die schüchterne Annäherung an Marie, und auch Alexanders Zwangsneurose ist mal Fluch, mal Segen. So anarchisch, wie anscheinend beabsichtigt, ist das zwar alles nicht. Aber immerhin wird ein bisschen an der bürgerlichen Enge gerüttelt, und der Zuschauer darf eine Prise Verrücktheit und Toleranz tanken in der schönen, bergigen Landschaft rund um den Brenner.

Text: Iris Depping

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Vincent will meer“ im Kino in Berlin

Vincent will meer, Deutschland 2010; Regie: Ralf Huettner; Darsteller: Florian David Fitz (Vincent), Karoline Herfurth (Marie), Johannes Allmayer (Alexander); Farbe, 95 Minuten

Kinostart: 22. April

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