Kino & Stream

Im Kino: „Violeta Parra“

Violeta Parra

Eine zerkratzte Gitarre war das einzige Erbe des trunk- und spielsüchtigen Vaters an seine Tochter Violeta Parra. Sie lernte den Gesang dazu, zog später durch die Dörfer und hob den reichen Schatz chilenischer Volkslieder. Mit ihren Interpretationen bereitete die Künstlerin den Weg für „La Nueva Canciуn“ und wurde zur Ikone der linken Protestbewegung der 1960er Jahre. Doch das Multitalent malte auch und stellte Gemälde im Louvre aus, Parra bereiste Europa, war Mutter, Köchin und Lehrerin. Kurz vor ihrem 50. Geburtstag beging sie Selbstmord, aus Liebeskummer und Geldnot. Im November 1967 endete ihr wildes Leben, das nun Andrйs Wood zu einem aufregenden Film verdichtet.
Er erzählt von der Armut, in der Parra aufwuchs, und von der unglaublichen Energie, die diese Frau zu ihren Leistungen befeuerte. Dabei verzichtet Wood auf eine lineare Erzählweise, beginnt kurz vor Parras Tod und lässt Erinnerungen lebendig werden: ihr erstes Konzert in Polen, der Tod ihres dritten Kindes, die Ausstellung im Louvre und immer wieder die Liebe und ihre Musik. Eine Begegnung mit einem intensiven Leben voller Lieder, Leidenschaft und Visionen.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Arsenal Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Violeta Parra“ im Kino in Berlin

Violeta Parra (Violeta se fue a los cielos), Chile/Argentinien/Brasilien 2011; Regie: Andrйs Wood; Darsteller: Francisca Gavilбn (Violeta Parra), Christian Quevedo (Nicanor Parra), Thomas Durand (Gilbert Favre); 110 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 4. Oktober

Mehr über Cookies erfahren