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Im Kino: „Violette“

Violette

„Wir leiden und dann helfen wir uns mit einem Vokabular“, schreibt Violette Leduc in ihrem Roman „Die Bastardin“ von 1964. Ein einfacher Satz, in dem Leduc sowohl Antrieb als auch Vorgehensweise ihres literarischen Schaffens verschnürt: Die Dinge müssen raus, gehören ausgesprochen, ausgespuckt. Vor allem das Schmerzliche, obgleich immer wieder große Brocken Leben zwischen den Zeilen pulsieren. Violette Leduc erregte im Post-Weltkriegs-Frankreich nicht gerade wenige Gemüter. Cocteau, Sartre, Genet protegierten sie. Vor allem aber: Simone de Beauvoir. Martin Provosts Biopic „Violette“ mit Emmanuelle Devos spürt dieser Geschichte einer Literatin nach, die erst spät zum Schreiben kam, ihre Hinwendung dafür umso kraftvoller vollzog. Und deren glühende Sprache das emotionale Passstück zum unterkühlten Agieren einer intellektuellen Strömung wurde. Provosts Film folgt dabei etablierten Regeln: Eine Jahreszahl folgt auf die nächste. Leduc hätte ihr Leben anders geschrieben.

Text: Carolin Weidner

Foto: Kool Filmdistribution

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Violette“ im Kino in Berlin

Violette, Frankreich/Belgien 2013; Regie: Martin Provost; Darsteller: Emmanuelle Devos (Violette Leduc), Sandrine Kiberlain (Simone de Beauvoir), Olivier Gourmet (Jacques Guйrin); 139 Min.

Kinostart: 26. Juni

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