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Im Kino: „Viva“ von Anna Biller

VivaAls Callgirl nennt sie sich Viva und pendelt zwischen exotischer Orgie, Avant­garde-Theater und Hippie-Nudis­tenkolonie. Bis die Ernüchterung über die neu gewonnenen Freiheiten eintritt, wird die Odyssee voller Nackedeibegegnungen und Softcore-Kopulationen allerdings mit psychedelisch leuchtenden Farben ausgemalt, und auch die Energie beeindruckt, die in die vielen Details und die hingebungsvolle Ausstattung des Films geflossen sind.
„Viva“ bewegt sich auf einem schmalen Grad: Mal wirkt der Film wie ein Nachbau der Sexploitation-Produktionen der 60er und 70er aus weiblicher Sicht, dann wiederum ist er camphafte Hommage und amüsante Persiflage. Bisweilen gerät die ganze Angelegenheit aber auch im Hinblick auf die langweiligeren Seiten des Genres etwas zu authentisch: Bewusst schlechtes Schauspiel kann sich in geschlagenen 120 Minuten zu dauerdudelndem Easy-Listening auch mal ziemlich dahinschleppen.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: Annehmbar

Viva USA 2007; Regie: Anna Biller; Darsteller: Anna Biller (Viva), Jared Sanford (Mark), Bridget Brno (Sheila); Farbe, 120 Minuten;
Kinostart: 11. Juni

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