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Im Kino: „Waiting For The Sea“

Waiting For The Sea

Ebenso schwer und unverrückbar wie das Schiff im Sandbett lastet auf Marats Gewissen eine Schuld, die er abzutragen hofft, indem er den Kahn gen Wasser schleppt.
Es herrscht permanente Bewegung in Bakhtiar Khudoijnazarovs „Waiting for the Sea“, hektische Aktivität, die einesteils dem allseits herrschenden Stillstand widerspricht und andererseits den emotionalen Aufruhr widerspiegelt, in den die Figuren aufgrund eben dieses Stillstands geraten sind. Denn wie soll es weitergehen mit dem traditionellen Leben, wenn dessen Grundlage verschwunden ist? Auf metaphorisch verschlüsseltem Niveau verhandelt Khudoijnazarovs Film die ökologisch-ökonomische Katastrophe der Austrocknung des Aralsees und findet in der spektakulär verwüsteten Landschaft die Abbilder existenzieller Krisen.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Pallasfilm

Orte und Zeiten: „Waiting For The Sea“ im Kino in Berlin

Waiting for the Sea, Deutschland/Russland/Frankreich/Belgien/Kasachstan 2012; Regie: Bakhtiar Khudoijnazarov; Darsteller: Igor Beroew, Anastasia Mikulchina, Detlev Buck; 109 Min.

Kinostart: Do, 11. Dezember 2014

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