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Im Kino: „Warte, bis es dunkel wird“

Warte, bis es dunkel wird

Texarkana heißt der Handlungsort, er liegt auf der Grenze zwischen den beiden US-Bundesstaaten Texas und Arkansas, und er hat so ziemlich alles doppelt: Bürgermeister, Polizeichefs, Blaskapellen, Shoppingmalls und Slasher. Doch nicht nur Texas und Arkansas stecken in Texarkana, sondern auch „Arkana“, die Geheimnisse beziehungsweise das „Arcanum“, jene alchemistische Geheimlehre, die so geheim war, dass das Geheimnis heute niemand mehr lüften kann.
Auf diffuse Weise alchemistisch erscheint auch die Struktur von Alfonso Gomez-Rejons „Warte, bis es dunkel wird“, dem Remake von Charles B. Pierces „The Town That Dreaded Sundown“ aus dem Jahr 1976, der sich wiederum auf eine ungeklärte Mordserie bezog, die das wirkliche Texarkana 1946 erschütterte. Zugleich ist „Warte, bis es dunkel wird“ auch ein Sequel, insofern er die Mordserie wie deren filmische Verarbeitung als motivischen Bezugsrahmen für das neuerliche Auftauchen eines Slashers nimmt.
Mit schöner Sorgfalt werden die genretypischen Ereignisse ins Bild gesetzt. Kameramann Michael Gio arbeitet mit starken Farbkontrasten und dramatischer Lichtsetzung und bringt damit Hannah Beachlers einfallsreiches Produktionsdesign zur Geltung. Mit seinem formal wie ästhetisch hohen Anspruch stellt „Warte, bis es dunkel wird“ eine sehenswerte Abwechslung zum faden Horror-Einheitsbrei dar.

Text: Alexandra Seitz

Foto: 2013 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc.

Orte und Zeiten: „Warte, bis es dunkel wird“ im Kino in Berlin

Warte, bis es dunkel wird (Town that dreaded sundown), USA 2014; Regie: Alfonso Gomez-Rejon; Darsteller: Addison Timlin (Jami), ?Veronica Cartwright (Lillian), Travis Tope (Nick); 86 Minuten

Kinostart: Do, 09. April 2015

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